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Studiere die Streifen

Am gerade vergangenen Wochenende sind mal wieder ein paar wenige Projekte fertig geworden. Als erstes mein Stripe Study Shawl:

Gestrickt ist er aus NKD Casa Home “knitting set for socks” , einem Garn, das dem Namen zufolge Sockengarn ist, gleichzeitig aber auch nur handwaschbar. Da es also vermutlich filzt, werde ich auch den Rest davon (meine Mom hat mir Anfang des Jahres 4 Pakete mit je 200 g geschickt) wohl eher nicht zu Socken verarbeiten!
Verstrickt habe ich die vier Knäule (je 2×50 g pro Farbe) fast vollständig. Was vermutlich nur ich sehe, ist, dass der letzte Streifen im mehrfarbigen Garn nicht ganz vollständig ist, d.h. ich hätte noch einmal mehr wenden müssen, nur war hierfür definitiv nicht genug Garn übrig. Gespannt habe ich es mal nicht auf einer Unterlage, sondern ich habe die längste Seite an meinem Wäscheständer mit Wäscheklammern befestigt (dabei etwas in die Länge gezogen). Dann habe ich den unteren Teil etwas in Form gezogen, sodass sich nichts mehr wellt und ihn so trocknen lassen. Die längste Seite misst nun ca. 2 m.

Neben dem Tuch sind auch noch die Socken, welche meine Mom zu Weihnachten bekommen wird, fertig geworden:

Es handelt sich hierbei um das Muster der broken seed stitch socks. Allerdings habe ich tatsächlich nur das zweifarbige Muster genutzt und den Rest nach eigenem Gusto gearbeitet. Vom rot-bunten Garn habe ich 39 g verstrickt und vom grünen Garn 17 g. Das grüne Garn war ein Rest von einem Paar Socken für mich selbst, welches ich im Februar gestrickt hatte. Das Muster war übrigens super einfach zu stricken, daher hatte ich auch bei einem Stricktreffen einen Großteil der ersten Socke gestrickt.
Die Weihnachtssocken für meinen Dad sind übrigens inzwischen auch schon auf den Nadeln (man weiß ja nie, was bis Dezember noch dazwischen kommt und so sind sie auf jeden Fall rechtzeitig fertig), doch da sind gerade erst ein paar wenige Zentimeter geschafft.

Jacke

Nach nunmehr vier Monaten habe ich es endlich geschafft, meine Jacke zu beenden. Gestern habe ich sie fertiggestellt und auch schon gewaschen. Freue mich schon darauf, wenn sie trocken ist!

Während ich den letzten Rest gestrickt hatte, musste ich feststellen, dass ich mich verrechnet hatte und eigentlich noch eine Größe größer lt. Anleitung hätte stricken sollen um die passende Größe mit meiner Maschenprobe zu bekommen. Allerdings passt die Jacke irgendwie trotzdem; sie ist nur an den Schultern etwas eng, aber ich hoffe, dass das nach dem waschen vielleicht besser ist. Knöpfe habe ich noch keine, aber die werde ich wohl noch in den kommenden Tagen besorgen.  Wie sehr ich mich freue, dass mein erstes Großprojekt fertig ist :-)

Ich denke aktuell auch schon darüber nach eine weitere Jacke zu stricken….

2013-antler-jacke-aermel

Ein Paar Ärmel

Am gerade vergangenen Wochenende habe ich die Ärmel meiner Jacke fertig bekommen. Ich hatte sie beide gleichzeitig auf einer Rundnadel gestrickt und inzwischen sind sie auf einem Rest grünen Sockengarn stillgelegt.

Zu verdanken habe ich diesen doch recht schnellen Fortschritt, zumindest schneller als ich erwartet hatte, dass ich momentan ziemlich krank mit Fieber und allem im Bett liege. Der “Körper” ist auch bereits angestrickt, d.h. ich habe die 5 cm bzw. 2” Bündchen fertig gestrickt und auch schon etwa 2 cm glatt rechts. Um ein Ausleiern an den Kanten, wo ganz zum Schluss noch Maschen für die Blenden aufgenommen werden müssen, zu verhindern, stricke ich einen “Knötchenrand” (d.h. ich stricke jede erste und letzte Masche rechts). Ich hoffe, dass die Kante hinterher auch gut aussieht. Ich mag eigentlich nicht so gern in Reihen stricken, weil ich immer Angst habe, die Kanten könnten  ausleiern! Andererseits freue ich mich darauf irgendwann mein erstes selbstgestricktes größeres Kleidungsstück tragen zu können, auch wenn ich vor dem Herbst net mit der Fertigstellung rechne (das ist einfach soviel langweiliges glatt-rechts-Gestrick).

Zugfahrten

Beim ansehen eines der letzten Beiträge, wo ich über eine länger zurückliegende Zugfahrt berichtete, fiel mir ein, dass ich eigentlich noch von der Rückfahrt von meinen Eltern Anfang Januar berichten wollte:

Als ich in Hildesheim in den ICE eingestiegen bin, fand ich meinen reservierten Platz neben einer netten  Dame. Anfangs haben wir kaum geplaudert. Dann packte ich irgendwann mein Strickzeug aus und strickte munter an meinem Socken weiter.
(D = nette Dame, I = Ich, M = ein Mann der nicht weit von uns entfernt war; alles in kursiv sind Gedanken bzw. Handlungen)

D: Sie stricken?
I: Ja, ich stricke! :-)  Die Verwunderung der Menschen über jemanden der strickt, bringt mich immer wieder zum schmunzeln. Wobei man der Dame an ihrer Stimme und ihrem Blick mehr Bewunderung als Verwunderung anmerken konnte. 
D: Das sieht toll aus!
I: Danke!
D: Wird das eine Socke?
I: Ja.
D: Ich habe vor Jahren auch mal gestrickt, aber mir fehlte die Geduld! Ich habe dann lieber mit Nähen angefangen.
I: Nähen ist auch toll. Das möchte ich auch gern irgendwann lernen.
Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile angeregt weiter über das Thema Handarbeiten. Es hat viel Spaß gemacht sich mit ihr zu unterhalten. Etwas weiter hinten im Wagen fing eine Mutter an halblaut ihrem Kind vorzulesen.
M: Nachdem er seit einer gefühlten Ewigkeit Löcher in die Luft starrte mit einem ziemlich verachtenden Blick zu mir und offenbar auch über die Frau sprechend, die weiter hinten begonnen hatte ihrem Kind vorzulesen: Lauter verrückte in diesem Zug!
D und ich schauten uns an und fingen an zu kichern. Die Frau von dem Herren, rollte mit den Augen und versank mit dem Kopf noch tiefer in die Zeitschrift, die sie gerade las. Wir fanden nichts Verrücktes an uns und quasselten fröhlich weiter!

Normalerweise bin ich bei Zugfahrten wenig gesprächig und froh wenn man mich in Ruhe lässt. Das hat vor allem den Grund, dass die Leute, die mich bislang auf mein Gestricksel angesprochen haben, mich eher belustigend fanden oder Missbilligung/ Verachtung ([???] mir fällt es schwer, das, was ich beschreiben möchte, in Worte zu fassen) zeigten.
Erstere bringen häufig neben Belustigung auch eine Spur von Bewunderung zum Ausdruck. Ich finde es zwar befremdlich, dass man darüber belustigt sein kann und frage mich, wie man so überschwengliche Bewunderung haben kann, aber ich bedanke mich immer für die netten Komplimente. Ich muss sagen, es ist durchaus schön, wenn auch anderen gefällt, was ich so stricke, aber solche Anhimmelei, die ich gelegentlich erfahre ist mir persönlich sehr unangenehm. Ich bin doch auch nur ein Mensch!
Die anderen sind oft sehr nervig, weil sie einem häufig ein Gespräch aufdrängen wollen, von wegen, warum sie SOWAS nicht machen.

Allgemein gesehen ist es mir ziemlich egal, was meine Mitmenschen so von dem Denken, was bzw. das ich stricke (wobei ich mich natürlich freue, wenn es auch anderen gefällt). Was mir allerdings nicht egal ist, ist, dass man mir so gern Gespräche darüber aufzwingen möchte! Wenn man stricken doof findet, dann kann man mir das gern sagen (verschiedene Menschen haben nunmal verschiedene Meinungen!), aber man muss mich dann nicht noch ewig damit zuquatschen wollen, so als ob man mich unbedingt von dieser Meinung überzeugen möchte.
Das gilt übrigens auch für andere Dinge als Stricken: Meinungsaustausch/ Diskussionen finde ich immer wieder spannend, da man auf diese Weise mal andere Sichtweisen kennenlernt. Allerdings finde ich es schrecklich, dass viele Menschen der Meinung sind, dass eine Diskussion dazu da ist, um den anderen von seiner eigenen Meinung zu überzeugen und das dieser die Meinung annimmt. Ich bin allerdings der Meinung, dass eine Diskussion zum Meinungsaustausch da ist oder um einen Kompromiss zu finden und nicht um mir die Meinung eines anderen aufzwingen zu lassen oder ihm gar meine Meinung aufzuzwingen.

Wow, so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben! Außerdem schreibe ich hier sehr viel über Negativ-Begegnungen. Ich glaube, ich vergesse die positiven Begegnungen viel schnell wieder. Eine sehr nette Begegnung, mal wieder ein Gespräch in einem Zug, die mir im Gedächtnis bleibt, war wie folgt:
(M = Mann der neben mir saß, I = Ich)
Der Mann neben mir liest die ganze Zeit, seit er eingestiegen ist. Ich hatte schon etwas länger bevor er einstig an einer Socke gestrickt. Irgendwann nimmt er eine Flasche aus seinem Rucksack und trinkt etwas. Beim Trinken beäugt er mich fragend und leicht verunsichert.
I: Stört es Sie, dass ich stricke?  Ich hatte in Zügen schon oft Begegnungen mit Menschen, die Angst hatten, ich könnte sie mit den Nadeln, die ich da in der Hand habe verletzen. Daher dachte ich mir, ich frage ihn mal.
M: Nein, nein. Ich frage mich nur ob dieses Muster einen Namen hat.
I:  Ähm ja, das hat einen Namen. Das war alles was ich da sagen konnte, da mich die Frage doch etwas verwirrte bzw. verwunderte. Diese Verwunderung war mir offenbar auch anzusehen, denn der Mann lächelte auf einmal.
M: Und welchen Namen?
I: Double Helix.
M: Wie schreibt man das?
Ich blätterte auf die erste Seite des Ausdrucks und er holte einen Kalender/ Notizbuch (?), so genau hatte ich das nicht gesehen, und schrieb es sich ab. Ich war immernoch sichtlich verwundert.
M: Wissen Sie, meine Frau strickt auch. Vielleicht strickt sie mir ja auch so tolle Socken! Nur hoffentlich nicht mit grün!
Da haben wir dann beide gelacht und er widmete sich wieder seinem Buch und ich mich meinen Socken.

2013-roedel-baby-alpaka

Fotos – endlich!

In den vergangenen Tagen bin ich endlich mal dazu gekommen, Bilder zu knipsen von meiner neuen Mütze (in Sachen Knöpfe konnte ich mich allerdings noch nicht entscheiden) und meinen Handschuhen.

Inzwischen ist zudem auch das ein oder andere Garn neu bei mir eingezogen. Zum einen gibt es hier nun Baby-Alpaka von Wolle Rödel in Weinrot. Daraus soll dies hier werden bzw. ist auch bereits angefangen für meinen Schatzi. Das Garn ist wunderbar flauschig, sowohl im Knäuel, als auch nach dem verstricken. Beim Waschen der MaPro fiel mir auf, dass das Wasser leicht rosa wurde. Da es eh Handwäsche ist, ist das bisschen ausbluten für mich relativ egal, zumal ich schon Garn hatte, dass mir bezüglich ausbluten viel mehr Probleme bereitete.

Zum zweiten habe ich mir einige Knäuel DROPS Lima in beige gekauft um mir die bereits erwähnte Jacke zu stricken. Es ist, wenn man es vor sich hat, ein wenig dunkler als es auf den Abbildungen, die hierzu in Online-Shops oder auf der Homepage von DROPS scheint. (Das dürfte wohl an meinem Bildschirm bzw. den Bildschirm-Einstellungen liegen.) Ich finde den Farbton trotzdem angenehm für mein Vorhaben.  Irgendwie erinnert mich ja das Zopfmuster der Jacke weniger an ein Geweih, die Farbe des Garns erinnert mich da ja viel mehr dran, vor allem, wenn ich mir ein Bild eines Hirschs, das ich vor einiger Zeit in einem kleinen hiesigen Wildpark gemacht habe, ansehe.